Der Rechtsanwalt – Ihr Berater bei der Frage nach Rente und Hinzuverdienst

 

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob man noch etwas hinzuverdienen darf, wenn man schon eine Rente bezieht.

 

Bezieht man eine sogenannte Regelaltersrente, das heißt, man hat das reguläre Rentenalter erreicht, wird die Rente unabhängig von einem Hinzuverdienst als Vollrente gewährt. Das heißt, es gibt keine Abzüge. Nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze ist Hinzuverdienst also grundsätzlich unbeschränkt möglich.

Nimmt man die Altersrente jedoch vor Erreichen der Altersgrenze in Anspruch, so besteht der Anspruch auf eine Vollrente nach § 34 Abs. 2 SGB VI indes nur, wenn die jährliche Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Bislang lag diese in Höhe von 6.300,00 €, 12 x monatlich eine anrechnungsfreier Hinzuverdienst in Höhe von 450,00 € zuzüglich eines zweimaligen Überschreiten dieser Grenze um 450 €.

Seit 2017 wird bei Überschreiten der kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze der Hinzuverdienst, unter Zugrundelegung einer Jahresdurchschnittsbetrachtung, stufenlos angerechnet. Der Versicherte kann nunmehr sicher davon ausgehen, dass jeder hinzuverdiente Euro das Gesamteinkommen bis zum Erreichen der Hinzuverdienstgrenze um 1 € (100 %) und ab Erreichen der Hinzuverdienstgrenze - bis zum Erreichen des Hinzuverdienstdeckels - um 60 Cent erhöht.

Bei der Berechnung geht man wie folgt vor. In Schritt l wird geprüft, ob der jährliche Hinzuverdienst die Hinzuverdienstgrenze übersteigt. In Schritt 2 wird in diesem Fall 1 /12 des übersteigenden Betrages zu 40% auf die Vollrente angerechnet und in Schritt 3 wird die Summe, aus dem errechneten Betrag (40 % von 1/12 des übersteigenden Betrags) und 1/12 des jährlichen Hinzuverdienstes, die den Hinzuverdienstdeckel überschreitet, in voller Höhe auf den verbleibenden Rentenbetrag angerechnet.

Um zu verdeutlichen, was nun genau gemeint ist, hier eine Beispielrechnung:

Ausgehend von einer Altersrente in Höhe von 1.500 €, dem Entgeltpunkte des einkommensstärksten der letzten 15 Jahre vor Beginn der Rente, hier 1,5 Entgeltpunkte und einem Hinzuverdienst von jährlich 25.000 € ergibt sich folgende Berechnung: Der kalenderjährliche Hinzuverdienst von 25.000,00 € übersteigt die Hinzuverdienstgrenze von 6.300,00 € um 18.700,00 € (erster Schritt). Im zweiten Schritt wird (gemäß § 34 Abs. 3 S. 2 SGB VI) zunächst 1/12 des übersteigenden Betrages ermittelt: 18.700,00 € ./. 12 = 1.558,33 €. Dieser Betrag wird zu 40 % (623,33 €) von der Vollrente abgezogen: 1.500,00 € - 623,33 € = 876,67 €. Im dritten Schritt wird geprüft, ob die Summe aus diesem Rentenbetrag (876,67 €) und einem Zwölftel des kalenderjährlichen Hinzuverdienstes (25.000,00 € ./. 12 = 2.083,33 €) den Hinzuverdienstdeckel von 4.567,50 € (1,5 x 3.045,00 €) übersteigt. Dies ist nicht der Fall, da 876,67 € + 2.083,33 € = 2.960,00 € sind, und der Betrag liegt unter dem Hinzuverdienstdeckel in Höhe von 4.567,50 €. Die um den Hinzuverdienst gekürzte Teilrente beträgt dann noch 876,67 €.

 

Zu den Fragen, wie genau der Hinzuverdienstdeckel berechnet wird und ob und wie der Hinzuverdienst nun genau überprüft wird sowie zur Frage wie der Hinzuverdienst bei einer Erwerbsminderungsrente berechnet wird, wenden sie sich bitte an den Fachanwalt für Sozialrecht.